Drüggelter Kunst-Stückchen am Möhnesee

Ein großes Thema für ein kleines, aber feines Festival: Musik des alten Europa, interpretiert für moderne Menschen, steht im Mittelpunkt der 27. Drüggelter Kunst-Stückchen am Möhnesee. Das Klassik- und Kultur-Festival versetzt das Publikum am Pfingstwochenende, 14. bis 16. Mai, in andere Welten – vom Spanien des Mittelalters bis ins England der Tudorzeit. Gäste genießen die exzellenten Darbietungen namhafter Ensembles ganz unkonventionell unter dem Kronleuchter der rustikalen Konzertscheune, in der sagenumwobenen Kapelle und auf der grünen Wiese.

Mit The Royal Wind Music haben die Veranstalter fürs Eröffnungskonzert am Samstagabend einmal mehr einen außergewöhnlichen Act engagiert: dreizehn Blockflötisten aus acht verschiedenen Ländern, die ganz ohne Notenständer und Dirigent auskommen. Rein aus dem Gedächtnis interpretieren sie Motetten aus dem frühen 16. Jahrhundert ebenso wie die Choralvorspiele Johann Sebastians Bachs auf authentische Weise. Das weltweit gefeierte Ensemble musiziert auf einer Sammlung von mehr als fünfzig Renaissanceblockflöten. Im Programm "Kosmographie-Sternbilder der Mehrstimmigkeit“ verweben die Musiker Höhepunkte alter europäischer Instrumentalmusik zu einem faszinierenden Klangteppich. Das Konzept, auswendig zu spielen, ermöglicht volle Konzentration auf harmonisches Zusammenspiel und punktgenau synchronisierte Einsätze. "Was für eine traumhafte musikalische Welt!" applaudiert die Fachpresse und "The Royal Wind Music blies das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes von der Bühne“.

Musiker schätzen die Drüggelter Kapelle wegen ihrer besonderen Akustik und dem einzigartigen Nachhalleffekt. Ein perfekter Aufführungsort für Lieder aus der Renaissance sowie alte englische Weisen. "In Crystal Towers“ ist die Sonntagsmatinee des Trios ÆroDynamic betitelt und umfasst unter anderem Kompositionen von Shakespeares Zeitgenossen William Byrd oder von Robert Fayrfax, einem Protegé Heinrichs VIII. Sopran Harma Everts studierte in Den Haag Sologesang und feiert zusammen mit den Flötistinnen Stephanie Brandt und María Martínez Ayerza große Erfolge auf renommierten europäischen Festivals.

Klangperlen aus der gregorianischen Epoche, engelsgleiche Melodien der Hildegard von Bingen sowie Gesänge aus dem "Codex Calixtinus“ von 1170 und dem "Codex Las Huelgas“ aus dem 13. Jahrhundert reiht das Ensemble Nu:n am Pfingstsonntag zum erhebenden Abendkonzert in der Kapelle auf. "Klang der Mystik“ ist die Soiree betitelt. Das Trio folgt der Idee, alte Musik in die Gegenwart zu transportieren – in das "Nun“. Gitarrist Falk Zenker. Saxofonist Gerd Anklam und Sängerin Cora Schmeiser präsentieren eindringliche, inspirierende Weisen aus der Gedankenwelt mittelalterlicher Mystiker.

Die "jüngste“ Musik des Festivals präsentiert beim Spätschoppen am Pfingstmontag die Straight Ahead Big Band. Und nicht nur von der Epoche her stellen die Musiker aus dem Ruhrgebiet um Sänger Freddy Pieper ein Kontrastprogramm dar – sie bewegen sich in der amerikanischen Tradition der Swing-Ära à la Count Basie und Bonny Goodman und verlassen damit Europa. Zu hören sind erfrischende Uptempo-Nummern, die zum Fingerschnipsen animieren und unweigerlich in die Beine gehen.

Die Ehre, am Sonntagabend beim Abschlusskonzert in der Konzertscheune zu brillieren, gebührt seit jeher dem Leipziger Blechbläser Quintett. Wenn zwei Trompeten, Horn, Posaune und Tuba in ihrer kristallenen Reinheit jubilieren, vermisst wohl niemand ein Streich- oder Rhythmusinstrument. Das hochkarätig besetzte Ensemble aus Solobläsern von Oper und Gewandhaus Leipzig und Sächsischer Bläserphilharmonie spielt selbst schwierigste Partituren mit unvergleichlicher Leichtigkeit. Für die Drüggelter Kunst-Stückchen greifen die Musiker in ihren reich bestückten musikalischen Fundus, der Musik der Renaissance bis zur Gegenwart umfasst, und arrangieren ein maßgeschneidertes Konzertprogramm.

Kleine Gäste lassen bei den Kinder-Kunst-Stückchen am Sonntagnachmittag ihre Fantasie in wunderbare Projekte einfließen. Herzstück ist das Mitmach-Konzert "Topstücke auf Kopfstücken“: Unterstützt von The Royal Wind Music, "plaudert“ ein kleiner Junge musikalisch mit den Vögeln. Alle Kids sind eingeladen, ihre Blockflöte oder andere Blasinstrumente mitzubringen und selbst zum Teil des Ensembles zu werden.

Zum Flair der Drüggelter Kunst-Stückchen trägt alljährlich auch Bildende Kunst bei. Objekte zwischen Hecken und Büschen, unter alten Kastanienbäumen, und Bilder an den Lehmwänden der Scheune lohnen die eingehende Betrachtung. Dieses Mal stellt unter anderem der Möhneseer Bildhauer und Silberschmied Christoph Winkelmann aus. In der Scheune präsentiert Gero Troike eine Auswahl seiner Bilder. Vor allem in der Berliner Theaterszene, aber auch weltweit ist der am Möhnesee lebende Maler und Regisseur ein Begriff.

Vorverkauf für die Drüggelter Kunst-Stückchen über das Hellweg-Ticket-System www.hellweg-ticket.de und bei der Wirtschafts- und Tourismus GmbH Möhnesee. Info: www.drueggelter-kunst-stueckchen.de.