Westwinde laden zum Tanz mit Wind und Wasser

Der Möhnesee ist ein beliebtes Revier für Segler, Windsurfer, Taucher und alle, die sich für Wassersport begeistern. Stetiger Westwind und passendes Wetter bringen richtig Leben auf das Wasser: Da sind echte Profis genauso unterwegs wie Anfänger. Segler schätzen den Möhnesee als eines der besten Reviere im Sauerland.

Blickt man an einem schönen Sommertag auf den Möhnesee, tummeln sich unzählige Boote auf dem Wasser und bilden mit ihren weißen Segeln einen herrlichen Kontrast zum strahlend blauen Himmel, zur Wasseroberfläche und zum Arnsberger Wald. Ein Anblick, den man durchaus einfach nur genießen und sich dabei den Wind um die Nase wehen lassen kann. Oder ein Anblick, der geradezu anspornt, auf dem Wasser aktiv zu werden. Von Mitte März bis Mitte November läuft die Segelsaison.

Der etwa neun Kilometer lange und bis zu 1,5 Kilometer breite See hat vier Segelreviere. Der Vordamm bei Stockum und die Delecker Brücke und die Körbecker Fußgängerbrücke teilen die "Möhne", wie sie die Einheimischen meist einfach nennen, in vier fast gleichgroße Becken.

Der bis zum Südufer reichende Arnsberger Wald sorgt dabei vorwiegend West- und Süd-West Winde. Es könnte also durchaus passieren, dass sich zwei Segelboote auf entgegen gesetztem Kurs unter Spinnaker, also dem bauchigen Vorsegel, fast begegnen. Aber gerade das gehört zu den Herausforderungen, die der Möhnesee vor allem erfahreneren Seglern bietet. Viele haben sich in Segel- und Yachtclubs organisiert, die im Laufe einer Saison auf dem Möhnesee mehrere Regatten in verschiedenen Bootsklassen – von Varianta über Optimisten bis Starboot – segeln.

Und wer solche Begrifflichkeiten und erst recht die Kunst des Segelns noch lernen muss und will – kein Problem: In den Segelschulen lernen Anfänger die ersten Grundbegriffe und machen Fortgeschrittene alle möglichen Segelscheine.

Die weißen Segel der Jollen und Yachten sind aber nicht die einzigen: Wer genau hinschaut, entdeckt auf der größten Talsperre des Sauerlandes auch Surfer bei ihrem Tanz mit Wind und Wasser. Unter Kennern gilt die "Möhne" in der Umgebung als der beste See fürs Windsurfen, auf dem sie in alle Windrichtungen fahren können. Und sie wissen auch, wo sie richtig "Speed" machen können und wo sie steile Wellen fürs Springen finden.

Ein ideales Revier ist der Möhnesee auch für Anfänger. Flache Ufer mit teilweise  niedriger Wassertiefe eignen sich perfekt zum Üben. Kurse bei den Profis der Windsurfschulen vermitteln schon innerhalb kurzer Zeit ein gutes Fahrniveau.

Eine völlig andere, und für Außenstehende unsichtbare Welt tut sich unter der Wasseroberfläche des Möhnesees auf: Felsbrocken in allen Größen und Formen, eine Steilwand, die fast senkrecht abfällt, und sich plötzlich als alter Steinbruch herausstellt. Ein alter Baum, der durch das Wasser konserviert, nur sehr langsam zerfällt, und Fische. Viele Fische: Aale, Barsche, Zander und Hechte. Und mit etwas Glück krabbeln auch ein paar Flusskrebse über den  steinigen Untergrund. Das und noch eine ganze Menge mehr entdecken Taucher im "Westfälischen Meer".

Am Südufer, westlich der Delecker Brücke, liegt der einzige Tauchspot. Bis zu 28 Meter tief gehen Taucher auf eine spannende Entdeckungsreise in diese andere Welt. Wer in solchen Tiefen taucht, sollte eine Taschenlampe dabei haben, denn das Tageslicht kommt so weit unten nicht mehr an.

Und wem Segeln, Surfen und Tauchen noch nicht reichen: die Palette der Wassersportmöglichkeiten auf dem Möhnesee lässt sich noch um einiges erweitern. Wie wäre es mit Rudern, Paddeln oder Stand-Up-Paddeling? Oder Tretboot- und Floßfahren? Ein bisschen mehr "Action" gibt´s beim Drachenbootrennen oder auf dem Ritterkampfboot.