Klassik, Jazz, Kinder-Kunst und Ausstellungen

Gute Aussichten fürs bevorstehende Pfingstfest: viel Sonne und warme Temperaturen machen Lust auf Wasser, frische Luft und grüner Natur. Die Drüggelter Kunst-Stückchen vom 3. bis 5. Juni vereinen das alles mit hochkarätigen Klassik- und Jazz-Konzerten, mit Kunst, kreativer Kinderunterhaltung und bedeutender Historie. Das lange Wochenende lohnt einen Ausflug an den Möhnesee.

Das christliche Hochfest hat in Drüggelte eine besondere Bedeutung. Vor genau 800 Jahren, zu Pfingsten anno 1217, versammelten sich dort Kreuzritter um Graf Gottfried II. von Arnsberg, um ins Heilige Land aufzubrechen. Eine alte Urkunde beglaubigt das Ereignis. Seit nun fast drei Jahrzehnten ist der romantische Gutshof hoch über dem Möhnesee immer zu Pfingsten Kulisse für Westfalens kleines, feines Festival.

Zahlreiche Legenden und Theorien ranken sich um die Drüggelter Kapelle. Ob das kleine Gotteshaus eine Nachbildung des Heiligen Grabes, heidnisches Bauwerk oder Taufkapelle war – daran scheiden sich die Geister. Unbestritten ist hingegen die ausgezeichnete Akustik der Kapelle, hervorgerufen durch einen Nachhalleffekt, der selbst verwöhnte Ohren immer wieder aufs Neue überrascht. Diese einzigartige Phonetik lässt die festliche Barockmusik des Duos La Vigna zur Sonntagsmatinee großartig zur Geltung kommen. Ebenso wie französische Chansons und Arien, am Sonntagabend von Mezzosopranistin Isabelle Kusari dargeboten.

Ein außergewöhnlicher Aufführungsort ist auch die Konzertscheune. Grobe Holzbalken harmonieren bestens mit einem riesigen, funkelnden Kronleuchter. Dort eröffnet die Philharmonie Südwestfalen am Samstagabend das Festival, zusammen mit Alphorn-Star Arkady Shilkloper. Die Leipziger Blechbläsersolisten geben sich am Montagabend die Ehre, lassen zum Festival-Ausklang in der Scheune Altmeister Händel swingen.

Geschmückt sind die Wände der Konzertscheune mit Werken der Malerin Tina Meschner. Geboren ist sie im sauerländischen Kierspe und lebt seit ihrem Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf. Ihr bevorzugtes Thema sind Reiselandschaften und Portraits von Menschen, die unterwegs sind – sozusagen der Rhythmus der Straße.

Grafische Arbeiten aus der Druckwerkstatt Kätelhön aus Möhnesee-Wamel zieren die Kapelle. Die kleine Ausstellung zeigt Radierungen, Lithographien, Holzschnitte und Siebdrucke von internationalen Künstlern, die im Hause Kätelhön gelebt und gearbeitet haben.

"Ich bin mit Steinen groß geworden", sagt Bildhauer Michael Düchting: Ans Wohnhaus seiner Kindheit grenzte die Werkstatt seines Vaters Alfons, einem Holz- und Steinbildhauermeister. Er selbst absolvierte eine Steinmetzlehre, studierte später in Kassel Freie Kunst. Seine Skulpturen sollen den Betrachter einladen, sich vom Spiel zwischen Licht und Schatten einfangen, von ihrer Ruhe und Kraft anstecken zu lassen. Eine Auswahl stellt er auf der Festival-Wiese aus.

Das liebenswerte Festival ist zu Pfingsten ein Ausflugstipp für die ganze Familie und gut mit dem Rad zu erreichen. Der Nachwuchs bastelt und malt bei den Kinder-Kunst-Stückchen am Sonntagnachmittag bei freiem Eintritt an Ständen auf der grünen Wiese oder macht bei Spielen und Aktionen mit. Währenddessen genießen die Eltern das Stelldichein der Musikgruppen vom Möhnesee mit den Kollegen aus der französischen Partnergemeinde Wintzenheim. Viel Spaß haben musikbegeisterte Kids beim Sing-Workshop mit Linda Löbbecke: Highlight ist die Aufführung in der Konzertscheune.

Einen jazzigen Leckerbissen hält der Pfingstmontag bereit: Beim Spätschoppen bringt die Hinterhaus Jazzband das Publikum mit Dixie und Swing zum Grooven. Alte Bäume spenden in den Drüggelter Höfen Schatten, und vom Möhnesee weht eine frische Brise herauf.

Wer mag, besucht vor oder nach dem Festival den Seepark in Körbecke, flaniert entlang der Seepromenade und besichtig die imposante Staumauer. Schön sind auch eine Schifffahrt oder eine Runde Adventure- oder Fußball-Golf. Und vom Möhnesee-Turm aus blicken Gäste über ein Meer grüner Baumkronen.