Kulturgenuss zu Pfingsten am Möhnesee

Kurz vor dem kalendarischen Sommeranfang ist die Natur am Möhnesee ein kleiner "Garten Eden". Inmitten üppig grüner und blühender Kulisse verheißen die Drüggelter Kunst-Stückchen am 3. bis 5. Juni ein langes Pfingstwochenende voller Kulturgenuss. Von der Philharmonie Südwestfalen über die Mezzosopranistin Isabelle Kusari bis hin zu den Leipziger Blechbläsersolisten ziehen hochkarätige Musiker alle Register ihres Könnens. Und auch für junge Kulturfans wird das Wochenende spannend.

Um Pfingsten stilvoll zu feiern, sind die historischen Drüggelter Höfe ein ideales Ziel. Vor genau 800 Jahren tauchte das romantische Gehöft erstmals in den Urkunden auf und hat sich seinen Zauber bis heute bewahrt. Zwischen Konzertscheune, altem Backhaus und Kapelle genießen Besucher Festival-Flair in grüner Idylle – und kommen den Künstlern ganz nah. Auch wer sich bisher an Klassik noch nicht herangewagt hat, findet an unkonventionellen Schauplätzen wie der Festival-Wiese oder der rustikalen Scheune ganz leicht Zugang zu dieser wunderbaren Musik. In locker-lässiger Atmosphäre kommen Berührungsängste erst gar nicht auf.

Für musikalische Überraschungen ist Westfalens kleines, feines Festival weithin bekannt. So tritt die Philharmonie Südwestfalen beim Eröffnungskonzert am Samstagabend erstmals mit dem Alphornsolisten Arkady Shilkloper auf. Wenn das Landesorchester NRW den sinfonischen Klangteppich auslegt und die Töne der überlangen Naturtrompete weit übers "Westfälische Meer" schallen, dürfen sich die Zuhörer auf ein großartiges Konzerterlebnis freuen. Wer mag, läutet den Abend mit einem Feinschmecker-Menü ein.

Der Pfingstsonntag ist ein perfekter Tag für einen Ausflug nach Drüggelte – zum Beispiel mit dem Fahrrad. Angemeldete Frühaufsteher bedienen sich am Frühstücksbüffet und gönnen sich ein Gläschen Prosecco. Das musikalische Programm startet mit festlicher Barockmusik des Duos "La Vigna" in der geheimnisvollen Drüggelter Kapelle. Deren Geschichte und Bedeutung erklärt anschließend eine Historikerin.

Der Nachmittag steht im Zeichen der Kinder-Kunst-Stückchen sowie der 30-jährigen Freundschaft der Gemeinden Möhnesee und Wintzenheim in Frankreich. Während die Kids spielen, basteln und sich in einem Sing-Workshop auf ihr kleines Konzert vorbereiten, marschieren auf dem Festival-Gelände Chöre der beiden Partnergemeinden auf. Aus Wintzenheim reist auch die Blaskapelle "Harmonie Hohlandsburg" an. Da der Eintritt zu diesem Programmteil frei ist, kann jeder ganz spontan in Drüggelte vorbeikommen. Am Abend präsentiert dann die gefeierte Mezzosopranistin Isabelle Kusari die schönsten Melodien aus Frankreich: Lieder der Renaissance, Chansons aus der Belle Epoque, Arien aus "Carmen" und Melodien von Edith Piaf.

Ausschlafen und dann auf nach Drüggelte, heißt’s am Pfingstmontag: Auf Jazzfans wartet beim Spätschoppen ein musikalischer Leckerbissen. Die sechs Musiker der Hinterhaus Jazzband sind bei den Kunst-Stückchen gern gesehene Gäste, bringen sie doch das Publikum unweigerlich zum Swingen. Die Formation aus dem Soester Raum hat sich auf Dixieland und Evergreens der 1920er und 30er Jahre spezialisiert, zum Beispiel von Louis Armstrong, Chris Barber und Mr. Acker Bilk.

Und beschwingt gehen die Drüggelter Kunst-Stückchen auch zu Ende: Die Leipziger Blechbläsersolisten präsentieren beim Abschlusskonzert unter dem Motto "Händel swingt" den Klassik-Komponisten in frischem Gewand. Traditionell setzt das virtuose Profi-Ensemble den Schlussakkord der Drüggelter Kunst-Stückchen, mit eigens für das Festival maßgeschneiderten Konzerten. Und wenn nach der Schlussandacht die Sonne rot glühend im "Westfälischen Meer" versinkt, genießen Besucher das Schauspiel bei einem letzten Gläschen Sekt oder Bowle.

Tipp: Zum erlebnisreichen Kurzurlaub wird das lange Pfingstwochenende mit einem Abstecher zum neuen Seepark in Körbecke, einer Wanderung oder Radtour entlang des Möhne-Ufers oder einer Schifffahrt – und dem Festival-Besuch als Highlight.